Saipem droht ein Schiedsverfahren über 3,8 Milliarden US-Dollar gegen Thai Oil wegen des Sriracha-Raffinerieprojekts
Kurzfassung
- Saipem steht gemeinsam mit Samsung und Petrofac vor einem Schiedsverfahren über 3,8 Milliarden US-Dollar, das von Thai Oil eingeleitet wurde.
- Das Singapore Tribunal hat mehrere Verfahren zu einem einzigen Schiedsverfahren zusammengeführt, was das Gesamtrisiko möglicherweise reduziert.
- Der Fall betrifft das Clean Fuel-Projekt in Thailand und bezieht sich auf Vertragsstrafen, verspätete Arbeiten und finanzielle Forderungen.
- Saipem und seine Rechtsberater rechnen für diese Streitigkeit nicht mit weiteren eigens dafür vorgesehenen finanziellen Rückstellungen.
Überblick
Saipem ist als Teil eines Konsortiums mit Samsung und Petrofac an einem großen Schiedsverfahren beteiligt, das von Thai Oil im Zusammenhang mit der Erweiterung der Sriracha-Raffinerie in Thailand angestrengt wurde.
Das Singapore International Arbitration Centre hat zusammenhängende Ansprüche in einem einzigen Verfahren gebündelt; Analysten gehen davon aus, dass dies die Risikobefrachtung für Saipem begrenzen könnte.
Was passiert ist
Der Streit dreht sich um das Clean Fuel-Projekt, das 2018 an das Konsortium vergeben wurde und erhebliche Vertragsstrafen sowie Gegenforderungen beinhaltet. Thai Oil fordert 3,8 Milliarden US-Dollar gegen das Konsortium und macht dabei Projektabschlusskosten und entgangene Gewinne geltend.
Im Januar 2025 verhängte Thai Oil Strafen wegen Verzögerungen. Daraufhin leiteten Saipem und Samsung im Februar 2025 ein Schiedsverfahren gegen Thai Oil wegen angeblicher Vertragsverletzungen ein, mit einer vorläufigen Forderung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar.
Nach der einseitigen Vertragsbeendigung des Konsortiums im April 2025 erklärte Thai Oil diese Beendigung für unwirksam und erhöhte ihre Ansprüche.
Stand Januar 2026 sind alle damit verbundenen Verfahren, einschließlich Gegenforderungen und Streitigkeiten über Bankgarantien, in einem einzigen Schiedsverfahren nach den SIAC Rules 2025 zusammengefasst. Vorläufige Verhandlungen werden im Juli 2026 erwartet.
Kontext
Saipem hat mehrere juristische Altstreitigkeiten aus Verträgen zu bearbeiten; der Streit um das Clean Fuel-Projekt gilt dabei als bedeutendster. In den Finanzberichten des Unternehmens für 2025 spiegelt sich die Auswirkung der Streitigkeit wider, darunter die Stornierung von 90 Millionen Euro an Umsatzerlösen und ein Verlust in Höhe von 291 Millionen Euro durch die Inanspruchnahme von Garantien.
Weitere kleinere Streitigkeiten, etwa eine mit dem Subunternehmer Sino-Thai (in Höhe von etwa 26 Millionen Euro), wurden bis März 2026 durch eine Einigung beigelegt. Rechtsberater und Analysten bewerten die Vereinheitlichung der Verfahren und die Beendigung kleinerer Fälle als positiv für das Risikomanagement von Saipem.
Warum es wichtig ist
- Die Zusammenführung mehrerer Ansprüche in ein einziges Schiedsverfahren kann den Ablauf straffen und die rechtliche Risikobelastung für Saipem transparenter machen.
- Wie das Schiedsverfahren entschieden wird, wird erhebliche finanzielle Auswirkungen für Saipem und seine Konsortialpartner haben - ebenso wie auf künftige globale Projekt-Risikobewertungen.
- Die Bearbeitung dieser Streitigkeit wird von Investoren und Analysten genau beobachtet und beeinflusst die Wahrnehmung des Risikoprofils von Saipem sowie dessen Berichterstattungspraktiken.