Lufthansa lehnt Schiedsverfahren im laufenden Tarifstreit ab - große Zahl von Flugausfällen
Kurzfassung
- Lufthansa lehnte ein Schiedsangebot der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) im Zuge laufender Streitigkeiten um Löhne und Pensionen ab.
- Streiks von Piloten und Kabinenpersonal führten zu hunderten Flugausfällen in ganz Deutschland.
- Die Störungen betrafen mehr als 50.000 Passagiere und legten einen großen Teil der Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge still.
Überblick
Lufthansa hat in einem laufenden Arbeitskampf einen Schiedsantrag der Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) zurückgewiesen. Daraufhin kam es zu mehreren Tagen gleichzeitiger Streiks von Piloten und Kabinenpersonal, die den Flugbetrieb der Fluggesellschaft stark beeinträchtigten.
Was passiert ist
Die deutsche Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit bestätigte, dass Lufthansa in ihrem Arbeitskampf das Schiedsverfahren ablehnte und sich dabei vor allem auf Streitigkeiten über Pensionsbeiträge konzentrierte.
Großangelegte Streiks der Piloten und später des UFO-Kabinenpersonalverbands führten dazu, dass Lufthansa Hunderte von Flügen stornierte. Betroffen waren nicht nur die Hauptlinie der Fluggesellschaft, sondern auch deren Fracht- und Regionalbereiche.
Störungen am Frankfurter Flughafen, dem verkehrsreichsten in Deutschland, führten dazu, dass 570 Flüge gestrichen wurden. Das traf mehr als 50.000 Passagiere; die meisten Kurz-, Mittel- und Langstreckenflüge wurden eingestellt.
Dieser Streik ist die vierte arbeitsrechtliche Maßnahme, an der Lufthansa-Piloten in diesem Jahr beteiligt sind. Die Fluggesellschaft riet betroffenen Passagieren, soweit möglich Zug-Gutscheine zu nutzen.
Kontext
Der Streit dreht sich um die Forderung der VC-Gewerkschaft nach einer Erhöhung der Lufthansa-Pensionsbeiträge um mehr als 100%, die die Fluggesellschaft als "absurd and unfulfillable" bezeichnete.
Gewerkschaftsvertreter machten geltend, die Zurückhaltung des Managements bei Verhandlungen treibe die Streiks an; Lufthansa verwies auf fortbestehende Sicherheitsbedenken als Grund dafür, Flüge in den Nahen Osten trotz der weitergehenden Stillstände aufrechtzuerhalten.
Warum es wichtig ist
- Weitreichende Flugausfälle treffen Zehntausende von Passagieren und stören den internationalen Luftverkehr.
- Der laufende Arbeitskampf zeigt, dass die Spannungen rund um Entlohnung und Zusatzleistungen im europäischen Luftfahrtsektor anhalten.